Bei den Privatkunden-Königen aus Rumänien sind vier neue Modelle geplant
RUMMS! Mit ohrenbetäubenden Krach bringt eine gigantische Presse Blechteile in Form. Im 10-Sekunden-Takt legen Roboter neue Tafeln hinein und holen die fertigen Resultate heraus. Der Boden vibriert unter den tonnenschweren Stanzvorgängen. Hier im rumänischen Mioveni bei Dacia steppt der Bär.
Aus gutem Grund. In den Werken von Dacia in Rumänien und Nordafrika verlässt alle 50 bis 55 Sekunden ein Auto das Band: Man ist die zweitstärkste Marke in Europa, was Privatkunden betrifft. In einigen Märkten liegt der Sandero in diesem Punkt vorne. Und die rumänische Rakete soll immer höher steigen, wie uns Dacia-Chef Denis Le Vot beim Lokalbesuch verrät.
1966 entstand die Marke Dacia. Der Name leitet sich vom Namen des Gebiets ab, das vor 2.000 Jahren das heutige Rumänien und Teile der Nachbarländer umfasste. Auf deutsch: Dakien. 1999 wurde Dacia von der Renault-Gruppe übernommen. Im Jahr 2004 verließ der erste Logan das Band. Im großen “Renaulution”-Zukunftsplan des Renault-Gesamtkonzerns wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, das Dacia zu einem der größten Aktivposten der Renault-Gruppe macht. Deren Konzernchef Luca de Meo schwärmt gar von Dacia als einem der “Juwelen” im Portfolio.
Das Werk Mioveni in Rumänien wurde 1968 eingeweiht und ist die historische Produktionsstätte der Marke Dacia. Dort ging es in kommunistischen Zeiten los mit dem 1100 auf Basis des Renault 8. Der 1300 auf Grundlage des Renault 12 folgte 1969 und wurde in Abwandlungen über Jahrzehnte gebaut.
Heute ist Mioveni ein Industriekomplex mit einem Karosseriebau, einer Mechanik- und Fahrwerksabteilung, einer Gießerei und einer Logistikplattform. Derzeit werden in Mioveni vier Modelle der Marke produziert: mehrheitlich der Duster, zudem der Sandero Stepway, der Logan und der Jogger. 350.000 Autos entstehen jährlich im Dreischicht-Betrieb. Durchschnittslohn der Beschäftigten: Umgerechnet 1.100 bis 1.200 Euro brutto.
Das Werk in Tanger/Marokko baut auch Autos mit der CMF-B-Plattform und produziert hauptsächlich den Dacia Sandero, der seit 2017 das meistverkaufte Auto für Privatkunden in Europa ist. Im April 2022 lief der 10-millionste Dacia vom Band, ein Duster. Allein von diesem SUV wurden seit 2010 über 2,2 Millionen Stück gebaut.
Doch zurück zu Monsieur Le Vot: Er erklärt uns “eine Philosophie, die wir in ein leistungsfähiges Geschäftsmodell umwandeln, das sich auf 3 wichtige Säulen stützt.”
Design to Cost: Über 3.000 Ingenieure haben in Rumänien zwei Jahre lang an der völligen Neugestaltung der Clio-Plattform gearbeitet und sie in den neuen Sandero verwandelt. Dieser basiert auf dem Wesentlichen, auf dem, was in Bezug auf die Ausstattung wirklich wichtig ist, und nicht auf der Jagd nach neuesten Technologien.
“Leichtgewicht” steht im Mittelpunkt der Produktstrategie. Ein leichteres Auto bedeutet kleinere Motoren (im Durchschnitt mehr als 30 PS weniger als bei der Konkurrenz). Und ein kleinerer Motor bedeutet einen geringeren Energieverbrauch und schließlich einen geringeren CO2-Ausstoß. Dies ist laut Le Vot der “Grüne Kreis” von Dacia.
Industrielle Effizienz: Die einfache Produktpalette von Dacia ermöglicht eine massive und effiziente Industrialisierung. Die Fabriken sind im 3-Schicht-Betrieb voll ausgelastet, mit einem sehr hohen Anteil an lokalen Produkten.
Und schließlich das Vertriebsmodell: ein schlankes Modell mit mehr als 80 Prozent Privatkundenanteil und einer einfachen Produktpalette. Für die Kunden sind die Preise transparent – es gibt keinen Rabatt: der faire Preis – einfach für die Händler zu verkaufen. Daraus resultiert ein hoher Restwert und beste Kundenbindung.
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