Ab 2035 ist der Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verboten. Führt das zu Preis-Explosionen? Und gibt es überhaupt genug Strom für die Elektromobilität? Wir haben die Antworten.
Eine wirkliche Überraschung war es nicht, was die Politiker im EU-Parlament beschlossen haben. Vielmehr hatte sich das Aus für den Verbrenner ab 2035 längst abgezeichnet. Einen entsprechenden Kompromiss schloss man schon im Oktober. Dieser Einigung stimmten die Abgeordneten nun zu. Klar ist, dass es Folgen für Autofahrer geben wird, doch droht auch eine Preis-Explosion?
Immerhin sind die Preise für Neuwagen ohnehin schon stark gestiegen. Und auch die Gebrauchtwagen-Preise sind auf Rekordkurs. „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen“, sagte Autoexperte Thomas Koch vom Karlsruher Institut MIT derBild mit Blick auf die Gebrauchtwagen.
EU verbietet Verbrenner: Müssen sich Kunden jetzt auf eine Preis-Explosion einstellen?
Für die Neuwagen fällt seine Prognose ähnlich aus. Auch hier rechnet der Experte mit steigenden Preisen. „Viele Zulieferer werden ihre Produktion von Autoteilen künftig herunterfahren, weil die Stückzahlen mit dem Verbrenner-Aus sinken“, betont Koch. Insbesondere Kleinwagen-Käufer werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Sofern die Modelle nicht gestrichen werden, wie es beim Audi A1 oder dem Ford Fiesta der Fall ist. Auch dem Kia Rio droht das Aus.
Angst vor einem Mangel an Ersatzteilen müssen Autofahrer aber nicht haben, wie Thomas Vollmar, Präsident vom Autoteile-Verband GVA der Bild bestätigt: „Ersatzteile werden weiterhin verfügbar sein.“ Immerhin sind weltweit weiterhin viele Millionen Diesel und Benziner unterwegs.
EU verbietet Verbrenner: Gibt es genug Strom und Ladesäulen?
Diese dürfen in der EU auch ab 2035 weiterhin fahren, sofern sie bereits zugelassen sind. Das gilt natürlich auch für Oldtimer (die man in der Regel am H-Kennzeichen erkennt). Betroffen vom EU-Verbot sind lediglich alle neuen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Diese dürfen künftig keine Treibhausgase mehr ausstoßen.Fraglich ist nur, ob es dann auch genug Strom für die zahlreichen Elektroautos gibt. Autoexperte Thomas Koch hat eine klare Meinung: „In den kommenden Jahren gibt es daher nicht ansatzweise genügend grünen Strom für die Elektromobilität.“ Schon jetzt gebe es nicht genug Strom für die Grundlast. Das werde sich auch nicht ändern, da der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht schnell genug voranschreitet und zeitgleich Atomkraftwerke vom Netz genommen werde. Zumindest die Ladeinfrastruktur sollte bis dahin jedoch ausreichen. Die Bundesregierung will bis 2030 eine Million Ladesäulen für die avisierten 15 Millionen Elektroautos bereitstellen. Laut dem ADAC reicht das aus.
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